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Dienstag, 18. Januar 2011
Samstag, 11. Dezember 2010
Wahrheit in Worte getragen –
"Weltenweiter Wandrer,
walle fort in Ruh..........
Also kennt kein andrer
Menschenleid wie - du.
Wenn mit lichtem Leuchten
du beginnst den Lauf,
schlägt der Schmerz die feuchten
Augen zu dir auf.
Drinnen liegt - als riefen
sie dir zu: versteh! -
tief in ihren Tiefen
eine Welt von Weh.........
Tausend Tränen reden
ewig ungestillt, - -
und in einer jeden
spiegelt sich dein Bild."
Rilke, Nachtgedanken
Mittwoch, 8. Dezember 2010
Herta Müller – Nobelpreis für Literatur
"Waren Heimfahren und Hierbleiben überhaupt noch Gegensätze.
Wahrscheinlich wollte ich beidem gewachsen sein, wenn es so kommt.
Wahrscheinlich wollte ich von nun an das Leben von hier, das Leben überhaupt, nicht länger abhängig machen vom Wunsch, täglich nach Hause zu wollen und es nie zu können.
Je mehr ich nach Hause wollte,
umso mehr versuchte ich, es nicht so stark zu wollen, dass es mich kaputtmacht,
wenn ich es niemals darf.
Den Wunsch nach Heimkehr wurde man nicht los, um aber außer ihm noch etwas anderes zu haben, sagte ich mir, wenn sie uns für immer hierbehalten,
so ist es doch mein Leben."
Aus: Die Atemschaukel, 2009
Dienstag, 30. November 2010
In der Masse
Sonntag, 21. November 2010
Max Frisch
"Man gibt Zeichen von sich, um zu erfahren,
ob wir einander verstehen.
Man ruft aus Angst, allein zu sein im Dschungel der Unsagbarkeit.
Man hat Durst nicht nach Ehre, aber nach Partnerschaft.
Man gibt sich preis, um einen Anfang zu machen."
Aus: Das Magazin, N° 46 - 2010
Donnerstag, 4. November 2010
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Monet – Japanischer Garten |
"Lange stand ich vor der schmalen Holzbrücke,
die sich mit ihrem sanften Bogen spiegelte.
Es war eine Brücke zum Hin- und Hergehen,
hinüber und herüber.
Einfach so, des Gehens wegen und der Spiegelung.
Die Trauer ist ein Gang hinüber und herüber.
Hinüber, dorthin, wohin der andere ging.
Und zurück, dorthin, wo man mit ihm war all die Jahre des gemeinsamen
Lebens.
Und dieses Hin- und Hergehen ist wichtig.
Denn da ist etwas abgerissen.
Die Erinnerung fügt es zusammen, immer wieder.
Da ist etwas verloren gegangen.
Die Erinnerung sucht es auf und findet es.
Da ist etwas von einem selbst weggegangen.
Man braucht es.
Man geht ihm nach.
Man muss es wiedergewinnen,
wenn man leben will.
Man muss das Land der Vergangenheit erwandern,
hin und her,
bis der Gang über die Brücke auf einen neuen Weg führt."
die sich mit ihrem sanften Bogen spiegelte.
Es war eine Brücke zum Hin- und Hergehen,
hinüber und herüber.
Einfach so, des Gehens wegen und der Spiegelung.
Die Trauer ist ein Gang hinüber und herüber.
Hinüber, dorthin, wohin der andere ging.
Und zurück, dorthin, wo man mit ihm war all die Jahre des gemeinsamen
Lebens.
Und dieses Hin- und Hergehen ist wichtig.
Denn da ist etwas abgerissen.
Die Erinnerung fügt es zusammen, immer wieder.
Da ist etwas verloren gegangen.
Die Erinnerung sucht es auf und findet es.
Da ist etwas von einem selbst weggegangen.
Man braucht es.
Man geht ihm nach.
Man muss es wiedergewinnen,
wenn man leben will.
Man muss das Land der Vergangenheit erwandern,
hin und her,
bis der Gang über die Brücke auf einen neuen Weg führt."
Jürg Zink
Sonntag, 3. Oktober 2010
Erinnerung
Und du wartest, erwartest das Eine,
das dein Leben unendlich vermehrt;
das Mächtige, Ungemeine,
das Erwachen der Steine,
Tiefen, dir zugekehrt.
Es dämmern im Bücherständer
die Bände in Gold und Braun;
und du denkst an durchfahrene Länder,
an Bilder, an die Gewänder
wiederverlorener Fraun.
Und da weißt du auf einmal: das war es.
Du erhebst dich, und vor dir steht
eines vergangenen Jahres
Angst und Gestalt und Gebet.
Rilke
Samstag, 25. September 2010
Der Einsame
Verhaßt ist mir das Folgen und das Führen.
Gehorchen? Nein! Und aber nein - Regieren!
Wer sich nicht schrecklich ist, macht niemand Schrecken:
Und nur wer Schrecken macht, kann andre führen.
Verhaßt ist mirs schon, selber mich zu führen!
Ich liebe es, gleich Wald- und Meerestieren,
mich für ein gutes Weilchen zu verlieren,
in holder Irrnis grüblerisch zu hocken,
von ferne her mich endlich heimzulocken,
mich selber zu mir selber - zu verführen.
Nietzsche
dedicated to my father
Sonntag, 19. September 2010
Donnerstag, 19. August 2010
Mittwoch, 18. August 2010
Montag, 16. August 2010
Sonntag, 15. August 2010
Poetischer Ausklang
Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.
Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
die einsamste Stunde steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.
Rilke, Frühe Gedichte
die einsamste Stunde steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.
Rilke, Frühe Gedichte
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